Hundeerziehung

Wie kam der Mensch auf den Hund?

Vor etwa 15.000 Jahren und noch weiter zurück teilten sich Mensch und Wolf den Wald als Revier. Sie kannten sich, teilweise respektierten sie sich, teilweise standen sie sich aber auch konkurrierend gegenüber. Vermutlich leitet sich daraus auch die mythische „Gefährlichkeit“ des Wolfes ab, die in so manches Märchen eingegangen ist.

Wahrscheinlich entdeckten unvoreingenommene Kinder einen verlassenen Wurf kleiner Welpen und ihr Herz erwärmte sich für die niedlichen Vierbeiner. Sie nahmen sie mit und durften sie behalten. So in etwa hat es wohl begonnen, dass der Wolf Anschluss beim Menschen fand und langsam zum Hund wurde…

Was unterscheidet Mensch und Hund?

Die Ursache von Missverständnissen, Meinungsverschiedenheiten bis hin zu ernsthaften Auseinandersetzungen liegt meist in der Sprache. Etwa 1/5 bis 1/4 der Mensch-Hund-Beziehungen ist gespannt als Folge dieser unterschiedlichen Ausdrucksweise. Die Zeichen werden oft zu unterschiedlich gedeutet und führen in ungünstige Feedback-Schleifen mit sich wiederholender, gegenseitiger Bestätigung des Missverständnisses. Häufig ist es auch das Richtige einfach nur zum falschen Zeitpunkt, das zu Frust und Verdruss auf beiden Seiten führen kann.

Und natürlich sind die Sinnesausprägungen sehr unterschiedlich. Für den Menschen ist die visuelle Wahrnehmung sehr bedeutend, während für den Hund der Geruchssinn der wichtigste ist.

Fragen und Probleme bei der Hundeerziehung

Wie wird mein Hund sozialverträglich...

...dass er mich begleiten kann?

...dass er seinen Platz in der Familie findet?

  • Geht mein Hund mit mir Gassi?

  • Warum bellt mein Hund ständig?

  • Beißt mein Hund aus Frust oder Lust?

  • Warum jagt mein Hund "Nachbars Katze"?

  • Wie bekomme ich mein Sofa zurück?

  • Wie wird mein Hund ein guter Beifahrer?

Zwischen den Menschen sind sprachlich bedingte Missverständnisse meist nicht so schlimm, weil jeder für sich erkennen kann, dass er selbst bzw. der andere eben einem solchen unterliegt. Dementsprechend ist Aufklärung möglich.

Diese Erkenntnisfähigkeit in der Form ist dem Hund nicht gegeben.

Der Hund will seinen Beitrag leisten,- er will gefallen. Und er wird viel dafür tun, das zu erreichen. Wenn er aufgrund falsch interpretierter Signale der Meinung ist, dass er durch eigentlich unerwünschtes Verhalten doch aus seiner Sicht das Richtige tut, wird er immer wieder versuchen, sich in seinem Verhalten zu verbessern. Wir sagen dem Hund, dass er dieses oder jenes gefälligst nicht tun soll! Doch für ihn bedeutet das: "Verflixt! Ich war noch immer nicht gut genug!"

Die Unzufriedenheit auf beiden Seiten wächst, womöglich setzt sich eine Zerrüttung in gang, - manchmal mit fatalen Folgen. Häufig wählt der Hund Aggression als ihm einzigen Ausweg aus dieser Situation. Andere ziehen sich unter anderen Bedingungen in sich zurück, bis sie schließlich nur noch physisch existieren.

Dieses Dilemma, diese Abwärtsspirale ist keine Seltenheit. Zu oft leiden Mensch und Hund unter dieser sicherlich unbeabsichtigten, aber sehr bedauerlichen Entwicklung.

Was verbindet Mensch und Hund?

Wie im Grunde der Mensch so sind auch Hunde hoch soziale, intelligente Wesen, leben im überlebenswichtigen Familienverbund und können sich schnell und gut anpassen.

Auch die Didaktik ist gar nicht so weit auseinander, - lernt man doch am ehesten vom Abschauen und Nachahmen, - und letztlich aus eigener Erfahrung.

Und jeder will ernst genommen werden und einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Familie bzw. des Rudels leisten.

Manchmal bekommt man den Eindruck, als wäre der Begriff „Freundschaft“ im Hund viel tiefer verankert, - etwas wonach sich der Mensch häufig sehnt. Gerade in unserer schnellen und zunehmend auch virtuellen, distanzierten Welt kommt dieser Freundschaft eine besondere Bedeutung zu.

Und schließlich ist es die Freude und Heiterkeit, die von einem Hund ausgehen kann und die im besten Sinne eine positive Verstärkung mit sich bringt.

Wie werden wir ein starkes Team und echte Partner?

Die Entscheidung für die Verbindung zwischen Mensch und Hund trifft in den allermeisten Fällen der Mensch. Daher obliegt es zunächst auch ihm, die Sprache des Hundes zu lernen und sich seinen vierbeinigen Familienmitgliedern gegenüber entsprechend  angemessen zu verhalten. Das ist nicht schwer, erfordert am Anfang aber etwas Aufwand. Ideal ist eine fachkundige Begleitung, die neben der Vermittlung theoretischer Grundlagen auch die stets individuelle Situation der Familie betrachtet.

Wie wird eine stabile, verlässliche Struktur aufgebaut?

Welche Regeln gelten in meinem Rudel? Wann und wie werden diese Regeln definiert? Was geschieht bei Verstoß gegen die Regeln?

Im Rahmen eines soliden und nachhaltigen Hundetrainings werden diese Fragen geklärt.

In praktischen Übungen und Aufgaben wird die Wahrnehmung für das aktuelle Empfinden geschärft und die richtige Kommunikation auf- und ausgebaut. So werden mögliche Missverständnisse von Anfang an vermieden. Eine sich anbahnende Abwärtsspirale wird in ihrer Richtung umgekehrt, so dass Raum entsteht für eine gegenseitige positive Verstärkung.

Ein nachhaltiger Gewinn für Beide! Für eine glückliche Beziehung zwischen Mensch und Hund.

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